Aus dem Permafrost

Nach dieser intensiven Frostperiode möchte ich hier mal meine Wintererfahrung wiedergeben.

Unser Think City ist ja ausgestattet mit einem Zebra-Akku, dem nachgesagt wird, er wäre temperaturunempfindlich. Es soll hier jedoch angemerkt sein, ja bei Temperaturen weit ab des Gefrierpunktes, wir hatten bis zu -12°, braucht auch dieser Stromspeicher mehr Betriebsenergie. Diese Zusatzbelastung  ist jedoch vernachlässigbar gegenüber der Heizung. Wie man von zu Hause weiß, ist eine elektrische Heizung nicht gerade die wirtschaftlichste Beheizungsart. Im E-Fahrzeug besteht die Heizung grob gesagt aus einem Tauchsieder, der in einen Wasserkreislauf  gehängt ist. Bei den Minustemperaturen in den letzten Wochen begrenzt das System  die maximale Reichweite um 1/3, auf ca 90-100 Km,  dabei ist es jedoch im Fahrzeug innerhalb kurzer Zeit puschelig warm.

Soweit zu den Nachteilen im Winterbetrieb.

Gute Gewichtsverteilung, bei niedrigem Schwerpunkt, kurzer Radstand, keine Warmlaufphase, all das, wir wissen es aus dem Ralleysport, sind gute Voraussetzungen für den Wintereinsatz.

So gesehen ist auch der Winter kein Grund, sich gegen ein Elektroauto zu entscheiden.

Ein Jahr nichts passiert?

Tatsächlich, bis auf den Umstand, dass Mensch sich mit dem zuverlässigen Think City unauffällig, leise und umweltverträglich im Stadtverkehr bewegt, ist nichts passiert.
Die Stadt setzt immer noch auf 2stündige 24h geltende Ladezeitbegrenzung an den Ladesäulen im öffentlichen Raum. Eine großartige Zunahme von Elektrofahrzeugen hier in der Stadt ist auch nicht zu bemerken.
Neulich saß ich in einer kleinen Runde, um über das Ladeinfrastrukturkonzept in Bremen zu reden. Außer mir waren noch fünf weitere Lokalpolitiker beteiligt, ein Teilnehmer aus der Straßenverkehrsbehörde, zwei Teilnehmer aus der Straßenbauverwaltung und ein Teilnehmer vom lokalen Energieanbieter. Alle haben gemein, daß sie in ihrer Funktion mit der E-Mobilität in der Stadt beschäftigt sind. Es zeigte sich, daß es, mich ausgeschlossen, noch eine Gemeinsamkeit gab, keiner hat je ein E-Fahrzeug im Alltagsbetrieb gefahren. Nicht unerwähnt sollte sein, daß keine Nutzungsstatistiken vorgelegt werden konnten. Diese geballte Kompetenz also gibt die Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung der E-Mobilität in Bremen vor.
Die Stadt setzt immer noch auf 2stündige 24h geltende Ladezeitbegrenzung an den Ladesäulen im öffentlichen Raum. Eine großartige Zunahme von Elektrofahrzeugen hier in der Stadt ist auch nicht zu bemerken.

 

Da sind und bleiben wir auch auf längere Zeit mit unserem E-Mobil echte Exoten.

Aktuelle Erfahrungen

Nach einiger Zeit Funkstille gibt es doch wieder einiges zu berichten.

Über das Fahren ansich gibt es weiterhin nur Gutes zu sagen. Auch im dichtesten Berufsverkehr sehr entspannend.

Was ist sonst passiert:

Leider habe ich bei der aktuellen Überarbeitung der Parkordnung in unserer Strasse meinen Wunschparkplatz direkt vor der Haustür nicht bekommen, jedoch ist jetzt der nächstliegende Anwohnerparkplatz per Verlängerungskabel erreichbar, so dass im Notfall zusatzkostenfrei von zu Hause aus geladen werden kann.

Nach meiner Kenntnis liegt auch bereits ein Antrag auf Errichtung einer Ladesäule am Fangturmplatz vor, was für uns Elektrofahrer hier im Stephaniviertel eigentlich sehr erfreulich wäre. Die Einschränkung ‚eigentlich‘ bezieht sich auf eine neue Verkehrsverordnung zur Ausschilderung von Parkplätzen im öffenlichen Raum, die einer Sondernutzung unterliegen. Diese Sondernutzung darf nicht mehr dauerhaft sein, sondern zeitlich begrentzt. Die Sinnhaftigkeit, diese Regelung in der Innenstadt derart umzusetzen, daß alle Stromtankstellen nur noch mit Parkscheibe 2Std nutzbar sind, stell ich mal dahin. Für meinen Teil gesehen sind diese Plätze nicht mehr von großem Interesse, unser Flitzer kann max. 3,3KW pro Stunde laden. Da kommt man mit gutem Willen auf 6KWh, das wiederum reicht gerade jetzt im Winter mit voller Heizleistung (3,8KW) für die Anfahrt zur Ladesäule und auf dem Rückweg für einen Boxenstopp am Supermarkt.

So muß Mensch sich doch immer wieder neu zurechtfinden in dieser schnelllebigen Welt.

Hier noch interessante Links aus der Welt der E_Mobilität:

Warum-Laternen-zu-Ladesaeulen-werden

Ladeinfrastruktur

Erste-solarstrasse-in-frankreich-freigegeben

 

Erfahrungen

Seit dem letzten Eintrag sind nun einige Tage (Wochen) ins Land gezogen. Aber um über Erfahrungen zu berichten, muß Mensch sie erst einmal machen.

Wie bereits schon mal erwähnt, ist das Bewegen eines E-Autos eher unauffällig. Da wir uns für ein exotisches ( Think City ) Modell entschieden haben, wird man dann und wann auf Parkplätzen auf die Herkunft angesprochen, wobei die Erwähnung, dass es sich hier um ein E-Fahrzeug handelt, im Allgemeinen zu positivem Erstaunen führt und das Gespräch einen anderen Aspekt bekommt. Ich wiederum bin erstaunt, wieviele Kraftfahrer sich doch schon mit dem Thema auseinandergesetzt haben, um dann zu den beiden doch recht standartisierten Antworten zu kommen,“zu wenig Reichweite“ und „ich weiß nicht?“.

Die Sache mit dem Laden konnten wir vorläufig lösen, es gibt in unserer unmittelbaren Nähe einen Stromanschluss im öffentlichen Raum, mit dessen Betreiber wir uns über die vorübergehende Benutzung einigen konnten und es gibt zwei Ladestationen in Reichweite, von denen eine, an der Martinistr., dauerhaft defekt ist, die andere jedoch, 6 Fußminuten entfernt bei der SWB Am Wall / Herdentor, ist sehr angenehm, da hier die SWB ihren Grünstrom für lau an E-Autos abgibt. So haben wir die kostengünstige Möglichkeit für das wöchentliche Vollladen und gleich um die Ecke die Möglichkeit für die kleine Zwischenladung, wenn nötig.

img_2965Übrigens ist meine Feststellung bisher, dass diese Sondernutzung von öffentlichem Parkraum im Gegensatz zu anderen Sondernutzungen (Parkplätze für Mobilitätseingeschränkte, oder Ähnliche…) eine hohe Akzeptanz haben, sprich, sie sind, wenn, dann nur durch E-Autos belegt.

 

Die wichtigste Antwort kommt jetzt: wie weit kommen wir denn?

Zudem wir uns ein für den deutschen Markt exotisches Modell zugelegt haben, hat das Fahrzeug einen noch exotischeren Energiespeicher, einen Zebra-Akku. Dieser Akkutyp hat einen gewissen Eigenenergiebedarf und so hängt es vom entsprechenden Bewegungsprofil ab, ob dieser Akkutyp Sinn macht, denn die Vorteile wie lange Lebensdauer und Unempfindlichkeit gegen Temperatureinflüsse sind für den Alltagsbetrieb nicht unerheblich. Unser kleiner E-Flitzer, der ja nun ein Gebrauchtwagen ist, schafft auch nach 6 Jahren die angegebenen 140 km, ohne auf einen kritischen Ladezustand zu kommen, hier im norddeutschen Flachland ohne groß auf eine Ecco-Funktion zu setzen. Das heißt für uns Bremer, eine wichtige Voraussetzung ist gegeben, wir können das ganze Bundesland bereisen, HB Stadt – Bremerhaven und zurück ist jederzeit möglich.

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E-Mobil fahren in HB City

Sich mit einem E-Mobil bewegen bedeutet fahren und laden.

In diesem Beitrag möchte ich von den ersten Kilometern in Bremen berichten.

Reduziert auf das Wesentliche heißt das, eher unauffällig. Nicht nur, dass solch ein Fahrzeug wenig Fahrgeräusch nach außen hat, noch viel angenehmer ist es für den Fahrer, das Radio immer bei der selben Lautstärke zu belassen und jederzeit zwischen Musik und Sprachbeitrag unterscheiden zu können und außerdem wird bei dem nächsten Reifenkauf die Abrollgeräuschkennung der wichtigste Kauffaktor

Mit einem großen Vorurteil möchte ich an dieser Stelle aufräumen, Fußgänger, denen man sich von hinten nähert, nehmen ein Fahrzeug wahr, auch wenn es denn fast keine Geräusche macht, die Erfahrung habe ich vormittags auf der Schlachte gemacht ( für Auswärtige, unser Biergarten an der Weser), die ich, zwecks Auslieferung, dann und wann mal befahren muß.

Ein weiterer angenehmer Effekt eines E-Mobils ist das Drehmoment des Elektromotors, es liegt schon bei der  ersten Umdrehung voll an, sehr zum Erstaunen der Mitwartenden an der Ampel, denn man entfernt sich bei Grün doch recht zügig. Alles in Allem ist das E-Mobil eine äußerst angenehme Art und Weise sich durch den Großstadtdschungel zu bewegen.

Wie Sie sehen, hören Sie nichts:

 

Überführung

Nach der Kaufentscheidung mußte die Überführung organisiert werden, denn es liegt in der Natur eines kleinen Elektrostadtautos, daß die Reichweite begrenzt und wenig ferntourtauglich ist. Unser Modell soll wahre 140 km im Überlandzyklus schaffen, absolut nicht ausreichend für die Strecke, die es zu  bewältigen gilt.6 Stunden Hin- und Rückfahrt, na gut, aber zwischendurch 8-9 Stunden Ladepause? Da muß eine andere Lösung her. Bleibt nur noch ein Transport

Ein Autotransporter konnte im Großraum Bremen auf Leihbasis nicht aufgetrieben werden. Also suche ich mir ein Gespann zusammen. Der Trailer ist schnell gefunden, ein ensprechender PKW mit zugelassener 1,5T Zugkraft hingegen ist teuer und schwer zu finden, mit entsprechender AHK. Warum nicht einen kleinen Umzugswagen nehmen, z.B. einen Ford Transit – günstig und praktisch.

Die Anreise am Sonntag verlief ohne Zwischenfälle, vor Ort Vertrag gemacht, Think City verladen, stolz wie Louie dann auf die Heimreise.

Urlaubsverkehr, Vollsperrung der A2, Rückstau bis über H-Ost, also runter von der Bahn und über Land Richtung Bremen. Kleine Ortsumfahrung, da kam dann die Kelle und ich mußte lernen, dass auch ein Ford Transit ein LKW ist und mit einem Anhänger zusammen unter das Sonntagsfahrverbot fällt. So kostenpflichtig belehrt mit dem Hinweis, man würde jetzt nicht so genau hinschauen,  habe ich den Weg fortgesetzt und bin ohne weitere Zwischenfälle zu Hause angekommen.

Der Zulassungsvorgang am folgenden Montag hat übrigens dank Terminresevierung, inklusive Schilder prägen lassen, ca 40 Min gedauert.

 

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Am großen Graben
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Dein Freund und Helfer

Der Große Graben

In 20 Jahren als Berufskraftfahrer hat man noch nicht alles gesehen. So sind wir auf dem Weg zur Besichtigung ca. 15 km hinter Helmstedt doch tatsächlich über den „Großen Graben“ gefahren, ein kleines Flüßchen, das hier die Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bildet und damit in vergangenen Zeiten der Grenzfluss zwischen Ost und West war.

Mir fiel bei der Querung selbstverständlich sofort der gleichnamige Band eines Asterix-Comics ein. Inhaltlich befasst sich dieser Asterix-Band mit einem“Großen Graben“, der sich durch ein typisches gallisches Dorf zieht und die Grenze für zwei unterschiedliche Gruppierungen innerhalb der Dorfgemeinschaft bildet . Diese Ausgabe gehörte nicht zu den beliebtesten, da es die erste Asterix-Ausgabe nach dem Tode von Goscinny war und es Uderzo doch am nötigen Sprachwitz fehlte (diesmal war nicht die deutsche Übersetzung Schuld).

.Wir wissen nicht, ob Albert Uderzo je am „Großen Graben“ war, jedoch soll ihn ein Berlin-Besuch zu dieser Ausgabe inspiriert haben.

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Der Kauf

Ich habe unseren neuen E-Flitzer in EBay-Kleinanzeigen entdeckt. Zur Besichtigung war eine Anreise von 250 km vonnöten, als alte Reiseprofis machen wir soetwas Donnerstags auf einem Nachmittag.

Das Objekt der Mühe sagte uns beiden sofort zu, vereinbart wurde jedoch, daß noch eine Nacht darüber geschlafen werden muß, um solch wichtige Entscheidungen zu treffen.

Nach durchträumter Nacht stand der Entschluß fest, dieses Modell soll es sein: ein THINK City aus dem Jahr 2010.

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